Die einen oder anderen werden die Filme der Matrix-Trilogie kennen und sich an den Satz „Folge dem weißen Kaninchen“ erinnern – mit dieser Reminiszenz an Alice im Wunderland beginnt die Reise für Protagonist Neo, sein Sturz ins Kaninchenloch. In Matrix wird eine Zukunftsversion der Welt gezeigt, in der intelligente Maschinen die Herrschaft übernommen und die Menschheit versklavt haben. Sind wir heute angesichts immer smarter werdender Technologie nur noch einen Schritt von der Matrix entfernt?

Nein, diese Science-Fiction Utopie einer KI-beherrschten Welt wird wohl nicht so bald Realität. Dennoch hat Künstliche Intelligenz (KI) das Leben bereits heute deutlich verändert. Nicht von der Hand zu weisen ist, dass Künstliche Intelligenz immer mehr Raum in unserem täglichen Leben einnimmt. Manche befürworten diese Entwicklung, andere lehnen sie ab.
Nicht nur unser privater Alltag, sondern auch das Berufsleben wird durch Künstliche Intelligenz verändert. So geht Dr. Andreas Berke in seinem hier auf optikernetz.de veröffentlichten Beitrag zum Thema Künstliche Intelligenz auf die Frage ein, ob der Augenoptiker in Zukunft von KI-Anwendungen abgelöst werde. Wer jetzt wissen möchte, zu welchem Schluss Berke gelangt, kann beide Teile seines Beitrags hier auf optikernetz.de nachlesen.

Starke und schwache KI

Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ wurde im Jahr 1956 geprägt. Im Sommer dieses Jahres fand am Dartmouth Collage in den USA eine Konferenz statt, die als Geburtsstunde der akademischen Beschäftigung mit dem Thema Künstliche Intelligenz gilt – die Dartmouth Conference (Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence).
In unserem heutigen Alltag sind wir umgeben von KI-Anwendungen, mal nehmen wir dies deutlicher wahr, mal weniger. All unsere Laptops und Smartphones beispielsweise sind voll mit KI. Suchmaschinen, Sprachsteuerung, der Spamfilter des E-Mail-Programms, die Wettervorhersage durch Alexa und Co. – hinter all diesen täglich von uns genutzten Funktionen steckt KI. Sogar das in den 1990er Jahren populäre Tamagotchi, einige werden sich noch erinnern, beinhaltete Künstliche Intelligenz.

Bei allen heutigen Anwendungen handelt es sich um so genannte schwache KI. Diese schwache KI ist gut auf jeweils einem Gebiet. Sie ist auf die Erfüllung einer klar formulierten Aufgabe ausgelegt, wofür ihr bestimmte Algorithmen zur Verfügung stehen. Eigene Methoden zur Problemlösung entwickelt schwache KI nicht.
Starke künstliche Intelligenz hätte nahezu die intellektuellen Fertigkeiten von Menschen. Von diesem Stadium sind wir heute aber noch weit entfernt.

Freund oder Feind

KI hat also bereits Einzug gehalten in unser Leben. Aber wie steht es tatsächlich um die Akzeptanz der KI in der Bevölkerung? Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov hat zu diesem Thema im August 2018 eine Analyse durchgeführt: 45% der Befragten bewerten den Nutzen und das Risiko von KI ungefähr gleich. Bei den Befragten, die klar entschieden sind, überwiegt der Anteil derer, die Künstlicher Intelligenz kritisch gegenüberstehen. Besonders in Bereichen, in denen es um Gerechtigkeit und Gewissen geht, ist die Ablehnung gegenüber einem Einsatz von KI hoch. Dazu gehören zum Beispiel die Durchführung von Vorstellungsgesprächen (77% dagegen, 9% unentschlossen, 14% dafür) oder auch die Steuerung von Waffensystemen in einer kriegerischen Auseinandersetzung (71% dagegen, 11% unentschlossen, 18% dafür). In der Gruppe der Skeptiker überwiegen, laut YouGov, Frauen und Menschen im Alter von 45 bis 54. Ihre Ablehnung gründet auf einer Angst vor Kontrollverlust, der Sorge um die eigenen Daten sowie einem eher schwächer ausgeprägten Interesse an Technik. Dem gegenüber steht die Gruppe der Befürworter, die häufiger männlich und zwischen 18 und 34 alt sind. Sie sind eher technikaffin und haben weniger Angst um ihre persönlichen Daten.
Das Thema polarisiert also durchaus. Sicher lässt sich schon heute sagen, dass KI unser Leben um einiges einfacher machen kann und an vielen Stellen auch über das Bequeme hinaus sehr hilfreich sein kann, so zum Beispiel im medizinischen Bereich. Aber es ist wie mit allem anderen auch, es gibt immer zwei Seiten. Mit neuen Entwicklungen entstehen immer auch neue Herausforderungen und mögliche Risiken. Die Entwicklung wird sich aber sicherlich nicht aufhalten lassen. Seien wir also gespannt, was die Zeit noch bringt. Künstliche Intelligenz wird in allen Bereichen und Branchen Veränderungen hervorbringen, im Moment sind ihre Möglichkeiten aber noch beschränkt und wir müssen keine Angst vor Hollywood-Fantasien à la Matrix haben.

Hier geht’s zur kostenlosen YouGov-Studie: https://campaign.yougov.com/DE_2018_10_Horizont_KI.html?utm_medium=Newsletter&utm_source=Horizont&utm_campaign=DE_2018_10_Horzont_KI



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