In China zeigt der Internetriese Alibaba, dass sich mittlerweile – Automatisierung sei Dank – auf ganze Berufszweige verzichten lässt. Betroffen ist in diesem Fall die Hotelbranche. In Hangzhou steht das Hotel FlyZoo. Hier funktionier fast alles per Sprachsteuerung, Gesichtserkennung und Co. und nahezu ohne Menschen. Auch in die Augenoptik hält die Automatisierung Einzug. Müssen sich Augenoptiker nun Gedanken darüber machen, ob sie bald durch Roboter ersetzt werden?

In der Studie von Katharina Dengler und Britta Matthes „Substituierbarkeitspotenziale von Berufen. Wenige Berufsbilder halten mit der Digitalisierung Schritt“ des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) heißt es: „Die Entwicklung neuer Technologie hat in den letzten Jahren deutlich Fahrt aufgenommen. Berufliche Tätigkeiten, bei denen der Mensch bisher als nicht ersetzbar galt, könnten heute potenziell von Computern und computergesteuerten Maschinen erledigt werden. Gleichzeitig haben sich in einigen Berufen die Tätigkeitsprofile verändert und es sind neue Tätigkeiten oder Berufe hinzugekommen. Vor diesem Hintergrund berechnen wir den Anteil der potenziell ersetzbaren Tätigkeiten in den Berufen für das Jahr 2016 neu, vergleichen die Ergebnisse mit denen von 2013 und untersuchen, wie sich die potenzielle Betroffenheit der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verändert hat.“ Weiter heißt es: „Dass eine Tätigkeit als substituierbar eingestuft ist, heißt also nicht, dass sie zukünftig nur noch von Computern und computergesteuerten Maschinen erledigt wird, denn das Substituierbarkeitspotenzial sagt lediglich etwas über die technische Machbarkeit aus. Ob dieses Potenzial überhaupt ausgeschöpft wird, hängt auch von einer Reihe anderer Aspekte ab. Unter anderem wird es – wenn die Qualität der vom Menschen produzierten Waren höher ist als die von einer Maschine produzierten Waren – Kunden geben, die bereit sind, einen höheren Preis für die bessere Qualität zu zahlen, sodass die entsprechenden Tätigkeiten trotz hoher Substituierbarkeitspotenziale eher nicht substituiert werden. Auch wenn Kunden einem handgefertigten Produkt eine größere Wertschätzung entgegenbringen – also lieber Brötchen in der Handwerksbäckerei kaufen als im Backshop – wird es weiterhin Betriebe geben, die handwerklich produzieren. Darüber hinaus lohnt es sich für einen Unternehmer nicht zu substituieren, wenn eine Maschine – um Produkte und Dienstleistungen in der gleichen Qualität und Menge herzustellen – teurer ist als die menschliche Arbeit. Und solange rechtliche Rahmenbedingungen verhindern, dass Menschen zur Erledigung bestimmter Tätigkeiten eingesetzt werden dürfen, wird ebenfalls nicht substituiert. Darüber hinaus muss eine Reihe ethischer Probleme gelöst werden, bevor bestimmte Tätigkeiten substituiert werden dürfen.“

Die Erkenntnisse aus dieser Studie flossen in ein Tool ein. In Zusammenarbeit von IAB, ARD und der Bundesagentur für Arbeit (BA) entstand der Job-Futuromat. Hier können Berufe eingegeben werden und das Tool ermittelt das Substitutionspotenzial. Das Ergebnis für die Augenoptik: Die Automatisierbarkeit liegt im mittleren Bereich. Zwischen 30 und 70 Prozent der Tätigkeiten könnten theoretisch durch Roboter erledigt werden. Wer Interesse hat, kann den Futuromaten hier einfach mal ausprobieren: https://job-futuromat.iab.de/



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