Am 17. November 2019 findet in Dortmund der Blick2019 statt. Im Vorfeld hat optikernetz.de mit einigen Ausstellern und Sponsoren des großen nordrhein-westfälischen Branchentreffs gesprochen. Hier lesen Sie unser Interview mit Gerd Lehmann, Vorstand Augenoptiker Ausgleichskasse (AKA).

Optikernetz: Was verbirgt sich hinter der Abkürzung AKA?
Lehmann: AKA steht für Augenoptiker Ausgleichskasse. Das Unternehmen ist 1993 gegründet worden und nahm am 1. Januar 1994 die Geschäftstätigkeit auf. Das heißt, wir hatten im vergangenen Jahr Jubiläum – 25 Jahre erfolgreiche Arbeit im Rahmen der Lohnfortzahlungsversicherung.

Optikernetz: Einmal für Laien erklärt: Was ist die Aufgabe einer Ausgleichskasse?
Lehmann: Eine Ausgleichskasse ist, wie der Name sagt, dafür da, etwas auszugleichen – in unserem konkreten Falle bei Krankheit und bei Schwangerschaft bzw. Mutterschaft. Im Rahmen von Krankheit erstattet die Lohnfortzahlungsversicherung den Aufwand, der den Betrieben entsteht, um die Lohnfortzahlung zu leisten. Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit für die Dauer von sechs Wochen. Damit der Betrieb an dieser Stelle nicht allein gelassen wird, tritt die AKA ein und erstattet diese Lohnfortzahlung teilweise, je nachdem, wie sich der Betrieb bei der AKA abgesichert hat. Im Rahmen von Schwangerschaft und Mutterschaft wird zwischen zwei Fällen unterschieden. Zum einen gibt es die Fortzahlung bei Beschäftigungsverboten, die greifen, wenn die Ausübung des Berufes den Verlauf der Schwangerschaft negativ beeinflussen kann. In dieser Zeit muss der Arbeitgeber den Lohn fortzahlen, bekommt dies aber von der AKA zu 100 Prozent erstattet. Der zweite Fall betrifft die Schutzfrist. Diese beginnt sechs Wochen vor dem Geburtstermin und dauert bis acht Wochen nach der Entbindung. Da gibt es ein Mutterschaftsgeld und der Arbeitgeber muss den Ausfall zum Nettoverdienst bezahlen. Diesen Ausgleich, den der Arbeitgeber leisten muss, zahlt ebenfalls die AKA dem Arbeitgeber zu 100 Prozent zurück. Das heißt im Rahmen von Schwangerschaft und Mutterschaft ist der Arbeitgeber nicht belastet.

Optikernetz: Werden nur Augenoptiker aus dem Einzugsgebiet NRW durch die AKA betreut?
Lehmann: Wir sind allein mit unserem Modell und bundesweit aufgestellt. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist lediglich, dass die Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen sind. Insgesamt haben wir gut 2.500 Mitgliedsbetriebe.

Optikernetz: Können nur Innungsmitglieder in die AKA eintreten?
Lehmann: Die Verbindung zur Innung ist zwar wünschenswert, aber keine rechtliche Voraussetzung.

Optikernetz: Warum sollten sich Augenoptiker für die AKA entscheiden? Was sind die Vorteile?
Lehmann: Die AKA ist ein freiwilliges Ausgleichsverfahren für Augenoptiker und Hörakustiker. Es wurde seinerzeit gegründet, um nicht das Risiko anderer Gewerke mittragen zu müssen, sondern nur das eigene Risiko auszugleichen. Als die Ausgleichskassen gegründet wurden, waren Angestellte nicht in das Ausgleichsverfahren miteinbezogen. Als die Augenoptiker sich entschieden, eine freiwillige Ausgleichskasse zu gründen, wollten sie dies nur tun, wenn auch die Angestellten berücksichtigt würden. Das war sehr fortschrittlich. Gesetzlich wurde diese Regelung, die für die Augenoptiker also schon 1994 galt, erst 2006 festgesetzt. Der heutige Grund für eine Mitgliedschaft bei der AKA: Wir tragen nur das Risiko der Augenoptiker und Hörakustiker. Das ermöglicht es uns, im Vergleich zu anderen, besonders günstige Umlagesätze anzubieten. Wir sind ein kleines, überschaubares Unternehmen. Das wiederum bietet den Vorteil, dass Anrufe von Betrieben nicht in einem Callcenter landen, sondern direkt bei uns. Außerdem haben wir einen 48 Stunden Service sichergestellt. Wenn heute ein Antrag eingeht, ist im Regelfall 48 Stunden später die Erstattung erfolgt. Wir sind also persönlicher und schneller als die gesetzlichen Ausgleichskassen. Dies wird von den Betrieben positiv bemerkt.

Optikernetz: Hat sich in den letzten Jahren etwas an den Krankenständen verändert?
Lehmann: Grundsätzlich kann man immer Wellen beobachten. Wie zum Beispiel die Grippewelle 2018, die intensive Kosten verursacht hat. Aber was man durchgängig sagen kann, ist, dass der Krankenstand in den vergangenen Jahren stetig angestiegen ist. Es sind keine gewaltigen Sprünge, aber es gibt eine leicht steigende Tendenz.

Optikernetz: Gibt die AKA Empfehlungen an den Augenoptiker zum Thema „Gesunder Arbeitsplatz“?
Lehmann: Wir haben ein Programm aufgesetzt, um Betriebe zu beraten, wie sie ihre Betriebssituation verbessern, wenn besonders viele Krankenstände auftreten. Mittels eines externen Beraters bieten wir für Unternehmen ein Gesundheitsmanagement an. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels, wo jeder krankheitsbedingt ausfallende Arbeitnehmer problematisch ist, ist dieses Angebot interessant für Arbeitgeber.

Optikernetz: Herr Lehmann, danke für das Interview.

Weitere Informationen unter: www.aka-dortmund.de



Augenoptiker- und Optometristenverband NRW
(Landesinnungsverband)
Ruhrallee 9
44139 Dortmund

Telefon 0231 55 22-100
Fax 0231 55 22-111
E-Mail info(at)aov-nrw.de ×