Die Landesregierung hat ein weitreichendes Kontaktverbot für Nordrhein-Westfalen per Rechtsverordnung erlassen, das ab heute (23. März 2020) in Kraft tritt.
Zahlreichen Klarstellungen auch seitens des AOV NRW zur Einordnung von Augenoptikbetrieben als Gesundheitshandwerk in der letzten Woche ist es zu verdanken, dass Augenoptikbetriebe neben Hörakustikern und orthopädischen Schuhmachern ausdrücklich unter den offen zu haltenden Betrieben genannt sind.

In der Verordnung heißt es weiter: „Augenoptikern, Hörgeräteakustikern, orthopädischen Schuhmachern und anderen Handwerkern mit Geschäftslokal ist dort aber der Verkauf von nicht mit handwerklichen Leistungen verbundenen Waren untersagt; ausgenommen ist notwendiges Zubehör. In den Geschäftslokalen sind die erforderlichen Vorkehrungen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts, zur Vermeidung von Warteschlangen und zur Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu treffen. Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann (insbesondere von Friseuren, Nagelstudios, Tätowierern, Massagesalons), sind untersagt. Therapeutische Berufsausübungen, insbesondere von Physio- und Ergotherapeuten, bleiben gestattet, soweit die medizinische Notwendigkeit der Behandlung durch ärztliches Attest nachgewiesen wird und strenge Schutzmaßnahmen vor Infektionen getroffen werden. Das gleiche gilt für gesundheitsorientierte Handwerksleistungen (Hörgeräteakustiker, Optiker, orthopädischen Schuhmacher etc.), die zur Versorgung der betreffenden Person dringend geboten sind.“

Was bedeutet dies nach unserer Einschätzung für die Tätigkeit von Augenoptikbetrieben?

Augenoptikbetriebe stellen die Sehhilfenversorgung in Deutschland sicher. Laut der aktuellen Brillenstudie des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2019 gibt es in Deutschland 41,1 Millionen Brillenträger. Unter ihnen natürlich auch Ärztinnen und Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpfleger, Polizisten und Mitarbeiter der Feuerwehren. Diese sind für die Erledigung ihrer wichtigen Aufgaben auf ein gutes Sehvermögen angewiesen. Gleiches gilt aber auch für die „normale“ Bevölkerung; für diese Menschen ist das gute Sehen für die Arbeitsfähigkeit im Allgemeinen, die Informationsaufnahme und für die Vermeidung von Unfällen von hoher Bedeutung. All jene müssen die Augenoptiker auch im Falle einer sich verschärfenden Krise mit Sehhilfen
versorgen dürfen, vor allem in dem Fall, in dem die bisherige Brille oder die bisherigen Kontaktlinsen beschädigt sind oder verloren werden.

Unseres Erachtens kann ein Augenoptiker damit nach wie vor alle Leistungen erbringen, die dem guten Sehen dienen. Er kann refraktionieren, auch die notwendige Kontaktlinsenflüssigkeit verkaufen, wenn diese erforderlich ist, um die Kontaktlinse zu reinigen und zu pflegen, da die Linsen ansonsten nicht mehr nutzbar wären. Er kann auch einem am grauen Star frisch operierten Bürger eine Sonnenschutzbrille veräußern, da dieser ansonsten unverträglich geblendet würde.

Alle Leistungen sind weit von einem Shopping-Erlebnis entfernt, das es natürlich nicht mehr geben kann.

Seien Sie verantwortungsbewusst, achten Sie auf Ihren persönlichen Schutz sowie den Schutz der Kunden. Halten Sie die Hygiene- und Abstandregelungen ein. Diese Abstandsregeln, insbesondere zwischen den Kunden sowie zwischen Ihnen, den Mitarbeitern und den Kunden, sind auch in Ihren Räumen soweit möglich einzuhalten.

Die Verordnung trifft keine Aussage zu dem Umfang der Öffnungszeiten. Sie können, müssen aber nicht, auf zeitlich eingeschränkte Öffnungszeiten umstellen.



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