Die Augenoptikerinnung Westfalen hat am Dienstag den 21. Mai zum Auftakt der ab 2019 neu stattfindenden Reihe von Regionalversammlungen nach Hagen eingeladen. Viele Augenoptiker kamen der Einladung nach. In den Räumlichkeiten des Tagungshotels ARCADEON wurde zunächst bei Snacks und Getränken der entspannt-kollegiale Austausch gesucht. Im Anschluss hielt Pascal Blaser, international anerkannter Experte aus der Schweiz und Gründer der Informationsplattform MyopiaCare, einen Fachvortrag zum Thema Myopie-Management bei Kindern und Jugendlichen. Andreas Oehm, stellvertretender Obermeister der Augenoptikerinnung Westfalen, der in seinen Betrieben selbst Myopie-Kontrolle anbietet, führte souverän durch den Abend.

Schon jetzt deutet sich an, dass die Zahl stark myoper Kinder und somit auch Erwachsener in den nächsten 40 Jahren deutlich ansteigen wird. Die WHO liefert alarmierende Zahlen: Der prozentuale Anteil stark myoper (Klein-)Kinder steigt rasant. Zahlreiche Studien prognostizieren, dass im Jahr 2050 der Anteil stark myoper Personen (mehr als -5 Dpt.)  gut 10-15 % der Weltbevölkerung ausmachen könnte. Dass eine starke Kurzsichtigkeit den Alltag beeinflusst und sich auch negativ auf das Wohlbefinden auswirken kann, ist eine Sache. Alarmierdend ist allerdings der Einfluss, den starke Myope langfristig auf die Gesundheit nehmen kann. Starke Myopie erhöht unter anderem die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung an einer Makuladegeneration massiv. Je früher eine Myopie auftritt, desto schneller entwickelt sie sich in den stark myopen Bereich. Hier kann die Augenoptik ansetzen und durch Myopie-Kontrolle bei Kindern das Voranschreiten der Myopie und damit einhergehender Folgeerkrankungen bremsen. Blaser betonte in diesem Zusammenhang, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit mit ortsansässigen Augenärzten, Orthoptisten und auch Apothekern, sowie Aufklärungsarbeit bei den Eltern myoper Kinder ist.

In einer sehr regen Diskussion mit dem Publikum sprach Blaser über die Möglichkeiten und auch Grenzen der Myopie-Kontrolle. So ging er auch auf neue Produkte ein, die in der Industrie entwickelt werden. Besonders interessant waren die MyoSmart- Gläser der Marke Hoya, die aktuell in Asien angeboten werden und laut Blaser in den nächsten zwei Jahren auch auf dem europäischen Markt verfügbar sein könnten. Momentan bietet nur ein Bruchteil der Augenoptikerbetriebe Myopie-Kontrolle an. Nach dem Vortrag wurde deutlich, dass zahlreiche Betriebe ebenfalls diesen Service in ihr Programm aufnehmen würden, aber noch nicht über die fachlichen und personellen Kapazitäten verfügen.

Die Augenoptikerinnung Westfalen, die die Veranstaltungsreihe seit der Fusion der Innungen in Westfalen regelmäßig einmal im Jahr durchführt, freut sich sehr über das überaus positive Feedback der Anwesenden. Alle Innungsmitglieder und deren Mitarbeiter sind herzlich eingeladen, teilzunehmen. Durch Fachvorträge möchten wir Ihnen branchenrelevante Informationen zur Verfügung stellen und neue Impulse setzen. Zudem werden aktuelle Fragen beantwortet, da immer auch Mitarbeiter der Geschäftsstelle in Dortmund präsent sind.

Die nächste Veranstaltung findet am 6.6. im Mövenpick Hotel in Münster statt und dreht sich um das Thema „Nudging“ im Kontext von Kaufverhalten. Anmeldungen zu dieser und der weiteren Veranstaltung zum Thema Bildschirmarbeit am 11.06.2019 in Bielefeld sind noch möglich.

 



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